Lässt man die vergangenen Finalläufe der deutschlandweiten Bundesnachwuchssichtung Revue passieren, so bleiben vor allem die Erfolge, vergossene Freudentränen und strahlende Gesichter auf dem Podium in Erinnerung. Bei all dieser Freude vergisst man aber allzu rasch die andere Seite der Medaille. Der eine vermochte mit einem breiten Grinsen im Gesicht ins Ziel zu kommen. Dem anderen blieb die Zieldurchfahrt ganz verwehrt und verließ das Renngelände im Krankenwagen. Von Krankheiten, Defekten, Stürzen, Schlüsselbeinbrüchen bis zu einem gebrochenen Handgelenk – alles gab´s. 

Alessa Riesterer (Bikecrew Obermünstertal), die sich hochzufrieden mit ihrem sechsten Rang im Sprint zeigte, verließ jedoch im CC-Rennen das Glück. ,,Ich wollte am letzten Rennen nochmal richtig zeigen, was ich kann“, gab die junge Nachwuchsfahrerin aus dem ersten U17 Jahr zu Protokoll. ,,Ich war auch zufrieden mit meiner Position“. Doch dann geschah es. Sie überschlägt sich in der letzten Abfahrt und fällt mitten aufs Gesicht. Damit war ihr Rennen kurz vorm Ziel beendet, und sie musste das schwarzenberger Renngelende im  Krankenwagen verlassen.  ,,Es wurde eine Gehirnerschütterung, stumpfes Bauchtrauma und starke Prellungen diagnostiziert,“ verrät Riesterer, die so die beiden folgenden Nächte, bis Dienstag im Krankenhaus verbringen musste.

Ebenfalls auf der Trage beendete die Bayerische U15 Fahrerin Franzi Brehm ihr CC-Rennen. Ein vom Regen schmieriger Baumstamm wurde ihr zum Verhängnis. Gerade als sie das Hindernis überwinden wollte, rutschte ihr das Vorderrad weg. Sie überschlug sich und fiel geradewegs auf die Schulter. Wer viel im Radsport unterwegs ist, vermag wahrscheinlich richtig  zu vermuten, was passiert sein könnte: Schlüsselbeinbruch. Die junge Nachwuchsfahrerin wurde von der wohl häufigsten  Bikerverletzung getroffen. Welche Folgen die Verletzung mit sich bringt, ist derzeit noch offen.

Der ebenfalls aus Bayern stammende Moritz Rossner kommentierte auf Instagram:,,Mit dem achten Platz im Sprint war ich besser als erwartet.“ Doch die Hoffnungen, auch im anstehenden CC-Rennen seine Vorstellungen zu übertreffen, waren bereits nach dem Startschuss gestorben. ,,Am Start ist mir der Moritz irgendwie ans Hinterrad gefahren und dann übel gestürzt“, beschreibt der deutsche Schülermeister Benjamin Krüger den Vorgang. Zu diesem Zeitpunkt lag Rossner mit einem gebrochenen Handgelenk bereits im Krankenhaus. ,,Nun ja, das ist nicht der Weg, auf dem ich meine Saison beenden wollte“, erklärt Rossner, der sein letztes Rennen der Saison im Krankenhaus abschließen musste. Video vom Sturz gibt´s >HIER<

Lang hat sie ihren dritten Rang im U17 Rennen verteidigen können. Die deutsche Schülermeisterin aus 2016 Sunny Angelina Gschwender fährt an dritter Stelle in die letzte Runde. Als beste aus dem jüngeren Jahrgang ist sie auf dem Weg eines ihrer besten Ergebnisse dieser Saison zu erzielen. Doch dann der Supergau. Etwa zur Hälfte der letzte Runde kommt sie mit einem platten Hinterreifen angerollt. ,, Ich war so gut und hatte sogar noch Chancen auf den zweiten Platz“, erläutert die Fahrerin von RV Edelweiss. Sie wird von der bis dato viertplatzierten Kira Böhm (SV Reudern) überholt. Doch von diesem persönlichen  Pech war sie nicht zu beeindrucken. Ehrgeizig kämpft sie sich trotz ihres technischen Dilemmas  auf Rang Vier zurück. Die Enttäuschung war groß, jedoch bald wieder verflogen. ,,Ich bin trotzdem sehr froh und stolz darüber,  den vierten Rang verteidigt  zu haben“, kommentiert Gschwender.

Gschwenders Panne sollte nicht die letzte am vergangenen Sonntag gewesen sein. Kaum ein Rennen konnte der vom Pech geradezu verfolgte Luca Effinger (SV Reudern) ohne einen Zwischenfall beenden. Bei der DM war`s eine gerissene Kette, in Gedern massive Rückenschmerzen, in St. Ingbert zwei Kettenklemmer usw. So scheint es kein Wunder zu sein, dass er auch in Schwarzenberg gleich wieder zweimal den Schwarzen Peter zog. Schon im Sprint schied er frühzeitig in der ersten Runde aus. ,,Ich wurde voll abgedrängt“, erklärt der Böblinger frustriert, der auf eine Platzierung unter den besten acht hoffte. Doch schon am zweiten Tag erwies sich dieser Patzer als das kleinere Übel. ,,In der letzten Runde lag ich an siebter Stelle!“, bringt Effinger frustriert hervor. ,,Am Anstieg, mit Platz sechs in Schlagweiteweite ist mir dann auf einmal die Milch an die Wade gespritzt. Da wusste ich dann schon, was Sache war“, schildert er den Vorgang. Auf der Felge zu Ende gefahren, rollt Effinger als 13. über die Ziellinie. Keiner vermag sich seine Frustration über die nun vergangene Saison vorzustellen.

Für Alexa Fuchs (SV Rendern) schien Schwarzenberg zum erfolgreichsten Rennwochenende zu werden. Nach ihrem Sieg im Eliminator Sprint dominiert sie am das CC-Rennen bereits nach dem Startloop. Den nahen Sieg fast sicher in der Tasche zu haben , geht sie in die letzte Runde. ,,In der zweiten Hälfte bin ich dann in der schwersten Abfahrt gestürzt“, beschreibt Fuchs ihr Pech. Sie überschlug sich mit samt ihrem Bike. Bis sie sich aufrappelte und ihren Lenker gerade gebogen hatte, war ihre Rivalin Ellen Sansonnes schon vorbeigehuscht. Einerseits etwas enttäuscht über ihren vermasselten Sieg,  fährt sie ins Ziel. Andererseits zeigte sich die Römersteinerin aber überglücklich,  ihr bestes NWS-Ergebnis eingefahren zu haben.