Im Rückblick auf die Saison 2017 fällt ein Fahrer immer wieder auf. Der Nackartenzlinger Louis Krauss. Er wurde durch einen Schlüsselbeinbruch vor der anstehenden NWS in St. Ingbert für einige Wochen aus dem Verkehr gezogen. Wird dann wie Phoenix aus der Asche im jüngeren Jahrgang der U17 fünfter bei den Deutschen Meisterschaften, wird trotz seiner Verletzung für die TFJV in Frankreich nominiert.
Und auch dort zeigt er starke Leistung. Doch beim CC-Rennen gerade in den Top 15 angekommen geht es wieder los. Probleme mit der Schaltung, Schnalle am Schuh defekt. Doch damit war noch nicht genug. Seine Steckachse löste sich und er konnte wieder bei null anfangen. Als letzter Fahrer setzt er das Rennen nach der Reparatur fort und wurde mit viel Frust und Wut im Bauch 75.

Die Enttäuschung war groß. Aber kein Grund für den ambitionierten Nachwuchsfahrer den Kopf hängen zu lassen. Fest entschlossen tritt er schon zwei Wochen später bei Jungend EM in Graz an. Das klappte zu Anfang auch ziemlich gut. Er fuhr beim Team Relay als Startfahrer gleich mal unter die ersten 15 von 154 Starten. ,,Der Technikteil lief mir eigentlich recht gut“, zitiert der Neckartenzlinger auf Facebook. Motiviert und guter Dinge bereitet er sich auf das anstehende XC-Rennen mit Jagdstart vor.

Der Start verlief tadellos. Ehe er sich versah, war er schon in den Top 20 angelangt. Aber wie sagt man so schön: Alle „guten“ Dinge sind drei. Und da fehlt es ihm schon wieder: das gewisse Quäntchen Glück. ,,Vor mir stürzten welche und ich konnte nicht mehr bremsen und kam dann selber zu Fall“, erklärt Krauss. Doch dieses Malheur stellte sich als das kleinere Übel heraus. Kurzerhand war er wieder auf sein Bike gestiegen und zirkelte um die folgenden Singeltrailkurven. Doch dann der Supergau: ein kleiner Bannyhop und der Lenker brach. Unter Einfluss starker Schmerzen und dem in zwei Teile gebrochenen Lenker musste er sein Rennen beenden.

Viel Bedenkzeit war nötig, bis sich der Fünfzehnjährige trotz seiner starken Prellungen, die ihm selbst das Gehen erschwerten dazu entschied, bei dem bevorstehenden Marathon an den Start zu gehen. Mit einem bewundernswerten Kampfgeist arbeitete er sich als letzter Starter (154) auf Rang 95 vor.

Nun mag sich jetzt der eine oder andere die Frage stellen, wie man nach so vielen Rückschlägen und Dämpfern nicht die Motivation verliert. Für Louis Krauss aber eine ganz einfache Frage. ,,Ich hab das eigentlich immer gut verdaut, weil ich mir die Deutsche Meisterschaft als Ziel gesteckt hatte“, erläutert er. Es sei auch immer wichtig, sich vor Augen zu führen, dass man ja immer noch im ersten Jahr der U17 ist und noch ein Jahr Zeit hat. Zwar war die Enttäuschung bei der TFJV und der EM groß, jedoch hatte er nicht das Ziel, dort etwas zu reißen. „Ich wollte Erfahrungen sammeln, damit ich weiß, wie das nächstes Jahr abläuft.“

Aber das ist für ihn jetzt schon wieder Geschichte, denn nun liegt der Fokus auf der nächsten und auch letzten NWS in Schwarzenberg.