Nachdem im Rahmen der BNWS stattfindenden Athletiktest in Bad Orb, wurde am vergangenen Wochenende nach einer langen Winterpause die BNWS (Bundes-Nachwuchs-Sichtung) für die Saison 2018 zurück ins Leben gerufen. Hinter all den großartigen Erfolgen und vor Freude strahlenden Gesichtern bot sich uns jedoch ein Bild, das dem der letzten Runde aus dem vergangenen Jahr im sächsischen Schwarzenberg erschreckend ähnlich sah. Von gebrochenen Schlüsselbeinen, Handgelenken und Einsätzen des Roten Kreuz wird hier glücklicherweise nicht die Rede sein. Trotzdem verlangte die Hausacher Rennstrecke dem Material wie auch den Athleten alles ab. Egal ob abgerissene Schaltwerke, abhanden gekommene Bremsen oder gebrochene Rahmen, das Rennwochenende im Schwarzwald hatte allerhand zu bieten. Absehbar war auch, dass im Slalom beim erbitterten Kampf um die Bestzeit der ein oder andere Sturz nicht ausbleiben würde. Nun, technischen Debakel und Ausfälle im Folgenden: ,,Was geschah“.

Neben dem dritten Rang beim Slalom legte der junge Hengener Tim Ruge (SV Reudern) wohl auch den spektakulärsten Sturz hin. Ruge galt von Anfang an als einer der Top Favouriten für das Podest im Slalom. ,,Im ersten Lauf wollte ich auf volles Risiko fahren“, erläutert das junge Technik-Ass. Ein bisschen zu viel Risiko, wie er später auch selbst bekundet. In einem der letzten Anlieger rutsche ihm das Vorderrad weg und landete unsanft auf dem Boden. Nach dem er sich aufgerappelt hatte und die Ziellinie überquert hatte, war mehr als ein zwanzigster Platz nicht drin. Sein zweiter Lauf sprach für sich und er konnte mit der Bestzeit seine Abfahrtsqualitäten unter Beweis stellen. ,,Ich hoffte, dass es am Ende für eine Top 10 Platzierung reicht“, hoffte Ruge, der nun umso glücklicher ist, das Podest als Dritter besteigen zu dürfen.

 

Der Neuling für 2018 im GTR (German Technology Racing), Joshua Knauer hatte sicherlich andere Vorstellungen von seinem ersten Wettkampf in den neuen Teamfarben. Angefangen mit einem Fahrfehler im Slalom wurde er am Tag darauf von Startposition 42 ins Rennen geschickt. Kaum hatte er seinen Rhythmus gefunden, gelang es dem jungen Bayer innerhalb der nächsten drei Runden sich bis auf Rang 25 vorzuarbeiten. Und wie es das Schicksal so will, blieb der Startplatz nicht das einzige Dilemma für den U17-Fahrer. Ein Platten am Ende der dritte Runde warf ihn weit über seine Ausgangsposition zurück. Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr… wird´s noch schlimmer. So zumindest für Knauer. ,,Nach dem Platten ist mir dann auch noch die Kette hinter das Ritzel gesprungen und hat sich verklemmt“, kommentierte er das Geschehen im Nachhinein. Die Enttäuschung war groß, wird ihn jedoch nicht daran hindern, sein Potential bei der anstehenden BNWS in Gedern unter Beweis zu stellen.

 

Er war der klare Favorit für den Sieg bei den U17-Jungs im Slalom. Aber auch Thore Hemmerling war ein reibungsloser Wettkampf nicht vergönnt. ,,Mir ist vor  dem Rockgarden die Kette vom Kettenblatt gesprungen, weil sie nach dem Aufprall beim Umsetzten schon halb unten war und sie dann durch den Antritt komplett runter ging“, so Hemmerling. Die Konsequenzen, die der zehnte Rang für den potentiellen Gewinner mit sich brachte, beschreibt er selbst als immens. ,,Vor allem in Hinblick auf die Startaufstellung bei der DM sehe ich das Problem, weil mir da dann die Punkte fehlen“, erklärt Hemmerling. Zudem zeigte sich der Lexware-Pilot skeptisch gegenüber des Reglements, das vorschreibt, beide Läufe zeitlich miteinander zu addieren. ,,Man sollte diese Regelung überdenken, denn so ist es nicht mehr möglich, einen Sturz oder Defekt im zweiten Lauf wieder gut zu machen“, gibt der U17-Fahrer zu bedenken.

 

Zu den Kandidaten, die in der vergangenen Saison geradezu vom Pech verfolgt wurden, gehört der Böblinger Luca Effinger (SV Reudern). ,, Mit meinem neunten Rang im Slalom war ich sehr zufrieden“, so Effinger. Positiv gestimmt und hoch  motiviert ging es für ihn zur Startaufstellung. Davon, dass er sein erstes CC-Rennen sogar noch unglücklicher beginnen würde, als er sein letztes in Schwarzenberg beendet hatte, war im bis dato noch unbewusst. Das jedoch, sollte sich nach den ersten 100 Metern auf der Startgerade ändern. ,,Auf einmal konnte ich nicht mehr treten und ich dachte, ich hätte einen Kettenklemmer“, beklagt Effinger. Aber Fehlanzeige, leider. Denn es kommt noch schlimmer. ,,Ich musste anhalten und wollte die Kette wieder drauf machen und dann ist mir aufgefallen, dass mir das Schaltröllchen abgerissen war.“ Mit dieser niederschmetternden Erkenntnis blieb dem 16-Jährigen nichts anderes übrig als das Rennen zu beenden, bevor es überhaupt richtig zur Sache ging. ,,Glücklicherweise bin ich in der Gesamtwertung immer noch auf Rang fünf und werde versuchen, mich in den nächsten Rennen von meiner besten Seite zu zeigen“, erläutert er zuversichtlich.

Effinger beendet das Rennen mit kaputter Schaltung frühzeitig.

Glimpflich dagegen ging es für seinen jahrgangsjüngeren Vereinskollegen Ben Pleier aus. Wie auch Effinger wurde ihm das Geschehen am Start zum Verhängnis. ,,Beim Start ist einer in mich rein gefahren, wir haben uns verheddert, und dann bin ich erst mal gelegen“, schildert er die Situation. Doch damit noch nicht genug. Sowie er sich aufgerafft hatte und dem bereits davon gezogenen Feld hinterher jagen wollte ereignete sich unmittelbar vor ihm das nächste Desaster. ,,Gleich nachdem ich losgefahren war hat es auf dem Schotterweg direkt vor mir geknallt, ich konnte nicht mehr reagieren und bin dann auch gestürzt“, formuliert Pleier, der nun zum zweiten Mal auf nur wenigen Metern Leidtragender eines unverschuldeten Sturzes wurde. Am Ende sprang für ihn lediglich ein 64. Platz heraus.

Julian Kübler. Auch er hatte sich gleichermaßen viel erhofft. Doch mit dem Start war das Rennen wie auch bei seinem Mitstreiter Luca Effinger gelaufen. ,,Direkt am Start ist mir einer ins Hinterrad gefahren und meine Bremse riss ab“, schlildert der Remchinger die Situation. Für ihn war ab diesem Unglück Laufen angesagt, bis er sich aufgrund der technischen Umstände gezwungen sah, das Rennen zu beenden. Niedergeschlagen kommentiert er: ,,Das war ein riesen Pech für mich, weil ich mich so fit gefühlt habe und eine gute Platzierung wäre sicher drin gewesen.“