Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat im Rennen blaue Schuhe an? Ist schnell wie ein Kugelblitz und hat immer ein Grinsen auf dem Gesicht…?

…Paul Latus!  Aus einem kleinen Nest namens Hirschau, nahe der Universitätsstadt Tübingen kommt der U19 Fahrer vom RV Gomaringen. Wenn der 17-jährige Stimmungsmacher einen Blick in die Vergangenheit wirft, finden sich dort eine Menge Fahrräder, Erfolge und tolle Erinnerungen. So rosig wie die Vergangenheit war, scheint auch die Zukunft zu werden. Egal ob Biken, Klettern, Laufen oder Schwimmen, es ist der Spaß am Sport und der Bewegung, die ihn jeden Tag aufs Neue motiviert.

Früh übt sich, wer später einmal erfolgreich sein will. 

Bereits im Grundschulalter prägte ihn der Drang nach Bewegung. Fußball sollte es sein. ,,Ich hatte aber leider zwei linke Beine“, schmunzelt er vor sich hin. Doch wie jeder weiß: Jedes Ende kann ein neuer Anfang sein. ,,Mein Papa war früher Rennradfahrer, also bin ich dann mit ihm gefahren“. Und schon war es passiert. Seither sind ihm das Radeln und die Bikes ans Herz gewachsen.

„Ich liebe ungefähr alles, was mindestens ein Rad hat.“

Nach dem Beitritt in den  Radclub RV Gomaringen ließen die ersten Wettkämpfe nicht lange auf sich warten. In der Altersklasse der U11 bestritt der hochmotivierte Nachwuchsfahrer seine erste Saison. Früh zeigte sich neben seiner Begeisterung am Sport auch das Talent und Potential in ihm. Und siehe da…Bereits drei Jahre später steht er als U15 Fahrer bei der deutschlandweiten Bundesnachwuchssichtungen (BNWS) am Start. ,,Meine Erfolge sind eigentlich relativ überschaubar“. Meint der Hirschauer bescheiden. Entgegen seiner Selbsteinschätzung belegte er bei der BNWS des öfteren Platzierungen nahe der Top Ten und zählt sowohl heute als auch damals zu den besten Fahrern in Baden-Württemberg.

Aber alles hat ein Ende. Die Zeit als Nachwuchsfahrer ist für Paul nach seinem ersten U19 Jahr schon längst wieder Geschichte. International besetzte Bundesligarennen, Marathons und Sprints sind nun sein täglich Brot. Doch damit nicht genug. ,,Für die kommende Saison habe ich die Norm für Weltcups geschafft“, berichtet der Kaderfahrer stolz. Mit einem Baden-Württembergischen Meistertitel im Sprint, einem Sieg beim Bike-Marthon in Neustadt und Platz zwei bei einem UCI Rennen in Österreich geht Paul in seine nun wohlverdiente Winterpause, um im neuen Jahr mit frischer Motivation an den Start zu gehen. Wie bereits in dieser Saison werden ihn neben seinen Eltern die Sponsoren des Haico Racing-Teams unterstützen.

,,Mein Ziel für nächstes Jahr ist es, mit den Jungs einfach Spaß auf der Strecke zu haben. Aber natürlich will ich auch mal ganz oben stehen.“

Das gesunde Gleichgewicht zwischen Schule und Sport zu finden, ist oftmals ein heikler Balance-Akt. Doch was für andere oft eine große Hürde darstellt, ist für Paul kein Problem. ,,Auch wenn man mir es nicht ansieht, bin ich was Schule angeht doch eher der diszipliniertere Typ“, verrät der Gymnasiast, der im nächsten Schuljahr sein Abitur auf auf einem Technischen Gymnasium in Tübingen absolvieren möchte.

Paul, wie sieht dein Training über den Winter aus?

Nun ja, erstmal werde noch auf dem Bike trainieren, bis der Schnee kommt. Wenn es dann soweit ist, werde ich oft Langlaufen gehen oder Joggen. Aber auch ab und zu mal zum klettern in die Boulderhalle gehen. Und dann muss man halt auch noch Rolle fahren…das hasse ich!

Schon von klein auf ist das Bike ein Teil von dir. Was hat der Sport an sich, dass du dich immer wieder aufs Neue für ihn begeistern kannst?

Am Biken gefällt mir einfach, dass man draußen im Wald ist und in der Natur sein kann und seinen Kopf frei von allem bekommt und es sich auch einfach mal gut gehen lassen kann. Aber natürlich fahre ich auch gerne mit Kumpels geile Trails. Hier kann man sich messen, wer ist der Schnellere?

Drei Dinge, die man über Paul Latus nicht weiß?

…Ich würde eigentlich noch viel lieber Motorradrennen fahren. Aber das ist leider ein noch größerer  Aufwand als es das Bike ohnehin schon ist.

…Meine Familie ist mir das allerwichtigste und ich kann es gar nicht genug schätzen, wie sehr sie mich unterstützen und auch Stress in Kauf nimmt. Ohne sie wäre all das nicht möglich.

…Bin eigentlich ein sehr geselliger Mensch. Ich muss zwar nicht jeden Abend weg oder so, aber wenn ich dann mal weg gehe, dann geht´s richtig ab und ich hab dann auch richtig viel Spaß!

…ein Fahrrad ist für nicht nicht irgend ein Ding. Es ist wie ein Familienmitglied und muss überall mit.

…Und ich hasse es, auf der Rolle zu fahren! Aber das wisst ihr ja schon.

Drei Dinge, die du überhaupt nicht leiden kannst?

…Leute, die ewig brauchen, bis sie ihr Bier fertig getrunken haben. (lacht)

…Hektik! Ich kann es überhaupt nicht ausstehen, wenn Hektik oder Stress gemacht wird. Das verkürzt nämlich das Leben und das ist total beschissen.

…und falsche Freunde. Das find ich, geht gar nicht!