Er erreichte alle seine Ziele. Kommt aus einem kleinen Nest namens Zottishofen nahe der Kreisstadt Schwäbisch Hall und ist kein Geringerer als der diesjährige Deutsche Meister im Mountainbike. Noah Neff. Nun, nicht nur ein Deutscher Meistertitel steht dem Fahrer des German Technologie Racing-Teams in diesem Jahr zu Buche: zahlreiche Podestplätze in der Bundesnachwuchssichtung (BNWS), eine Nominierung für die international besetzte TFJV,  der Baden-Württembergische Meistertitel und zu guter Letzt der zweite Gesamtrang der BNWS-Serie. 

Mit tollen Erinnerungen an das vergangene Jahr und allen wichtigen Titeln in der Tasche will sich Neff in der Saison 2018 neuen Herausforderungen stellen.

,,Wenn ich an die Saison zurückdenke, würde ich sagen, dass ich alles richtig gemacht habe“, erklärt Neff. Kein Wunder. Außer einem Patzer mitte Mai bei der BNWS in Gedern gab es keine Misserfolge für ihn zu verzeichnen. ,,Klar, Gedern war schon ein starker Rückschlag für mich“, verrät Neff, der das Rennen wegen unausstehlichen Rückenschmerzen frühzeitig beenden musste. Der vermasselte Trail am Vortag war eine zusätzliche Enttäuschung für den 16-Jährigen. Doch von da an ging es im wahrsten Sinne des Wortes nur noch bergauf für den Zottishofener. Bei der Ba-Wü-Meisterschaft Anfang Juli konnte er einen souveränen Start-Ziel-Sieg feiern. Schon drei Wochen später stand sein persönliches Highlight der Saison vor der Tür. ,,Die Deutsche Meisterschaft war von Anfang an mein Saisonhöhepunkt“, so Neff. ,,Ich habe mich speziell auf diesen Wettkampf vorbereitet und wusste, dass ich das Zeug zum Meister habe. Und ich wollte den Titel“, erläutert der neue Deutsche U17-Meister. Im sächsischen Schwarzenberg Anfang September konnte Neff seien letzten Sieg in der Serie ergattern und wird Vizemeister der Gesamtwertung.

Neben der MTB-Kariere wird sich der frische Realschulabsolvent im kommenden Jahr wieder verstärkt der Schule widmen müssen. Seit dem 14. September ist er Schüler an einem Technischen Gymnasium, um sein Abitur zu machen. ,,Zeitmanagement ist für mich jedoch kein Problem“, meint Neff. Er zeigt sich voller Zuversicht und freut sich auf das kommende Jahr. ,,Vor allem bin ich froh darüber, dass die zweitägigen Wettkämpfe mit dem technischen Modul und dem anschließenden CC-Rennen endlich vorbei sind. Das war einfach immer voll stressig“, bemängelt Noah das Rennformat der Bundesnachwuchssichtung. Doch gibt es auch eine Seite, die ihn die „alte“ Zeit vermissen lässt. Mit einem weinenden Auge gibt er zu: „Auf den Rennen ist man mit den ganzen Leuten schon ziemlich zusammengewachsen“. Diese engen Beziehungen zwischen den Sportlern wird Neff auf den großen und international besetzten Wettkämpfen wohl am meisten vermissen.

Die Erwartungen etwas runter schrauben. So lautet die Devise im ersten Jahr der U19. Der Fokus liegt klar auf der Bundesliga. Bei Gelegenheit wird er auch bei der ein oder anderen Junior-Worldseries am Start sein. ,,Im ersten Jahr will ich erst einmal Erfahrungen sammeln und weniger Rennen fahren“. Durch die Reduzierung des Wettkampfpensums erhofft sich Neff eine gezieltere Vorbereitung auf die wenigen wichtigen Veranstaltungen.

Ob dem zukünftigen Junioren-Fahrer etwas bange vor den Veränderungen ist? Wohl kaum. ,,Natürlich habe ich schon auch im Hinterkopf was ist, wenn man total untergeht“, doch dies scheint für Neff eher eine zusätzliche Motivation zu sein.

Sein Training wird er den neuen und höheren Ansprüchen dosiert anpassen. Die gravierendsten Veränderungen wird es aber in den Trainingsumfängen geben. ,,Ich werde mehr Zeit auf dem Bike verbringen“, kommentiert Noah Neff, der sichtlich erfreut über das wachsende Pensum zu sein scheint. Er verrät außerdem, eine leichte Steigerung in Sachen Kraft und Koordinationstraining zu planen. Die Unterstützung von Seiten des Teams ist in diesem Prozess keines Falls zu unterschätzen. ,,Ich habe eine super Team, auf das ich zählen kann und das auch die Eltern entlastet“, kommt es ihm stolz über die Lippen.

So scheinen doch alle Grundbausteine für einen neuen Karriereabschnitt gelegt zu sein.

 

Text: Max Fuchs